Sie sind hier

Straße bei Nacht

Der Pagespeed einer Webseite ist sehr entscheidend für das Nutzererlebnis (oder auch User Experience genannt). In den meisten Fällen verliert der Besucher einer Website bereits nach wenigen Sekunden das Interesse länger zu warten und schließt die Seite. 

Der Pagespeed wird sehr oft unterschätzt und als gar nicht so wichtig erachtet. Er steigert aber nicht nur die User Experience, sondern ist auch aus SEO-Sicht ein wichtiger Ranking-Faktor. Für das Crawling von Webseiten hat Google nur ein bestimmtes Budget. Deshalb werden schlecht ladende Seiten laut Google seltener gecrawlt. 

Im ersten Teil dieses Artikels wurde die Bedeutung des Pagespeeds genauer beleuchtet – wie man den Pagespeed messen kann und wann eine Webseite überhaupt als langsam oder schnell erachtet wird. 

Der Pagespeed legt den Zeitraum zwischen dem Absenden der Anfrage und der vollständigen Auslieferung der angefragten Inhalte einer Webpage fest. Dabei gibt es verschiedene Mess-Stationen:


  • Time to First Byte (TTFB):
    TTFB bezeichnet den Zeitraum zwischen dem Aufruf der Website und dem ersten vom Webserver geladenen Byte.
  • First Contentful Paint (FCP):
    FCP bezeichnet den Zeitpunkt, an dem sozusagen das erste mal ein Inhalt auf der Webseite auftaucht – also ein Darstellungselement angezeigt wird.
  • First Meaningful Paint (FMP):
    FMP bezeichnet den Zeitpunkt, an dem der Nutzer das Gefühl hat, dass die Website geladen ist.

Wenn ein Nutzer eine schlechte Erfahrung mit einer Website macht – dazu gehört, das sie zu lange lädt – besucht der User die Website meist kein zweites Mal.

Bei Onlineshops sorgt ein schlechter Pagespeed für eine schlechte Conversion Rate. Sollte die Website langsam laden, wird der Kauf oft genervt abgebrochen.

Der Aufwand ist dann oft zu hoch die Seite noch einmal neu zu laden. Der Kunde springt ab und schließt den Tab. 


Auf manche der Faktoren kann und sollte direkt Einfluss genommen werden. Andere können nur schwer kontrolliert werden. 

Faktoren für den Pagespeed

Es kommt drauf an, mit welchem Endgerät eine Website geöffnet wird. Geräte, die einen schnellen DSL-Anschluss haben, öffnen eine Webpage schneller. Geräte mit schlechter Prozessorleistung laden Seiten langsamer. 

Es kann gut sein, dass der User seinen Browsercache schon lange nicht geleert hat, sodass das für einen schlechten Pagespeed sorgt. Dabei reicht der Arbeitsspeicher des Rechners nicht mehr aus, um die Datenmenge zu verarbeiten.


Gezielt beeinflussen kann man den Pagespeed indem man die Dateigröße der Website und die Rechenleistung des Servers kontrolliert. Die Dateigröße einer Website wird durch den HTML-Code und durch Stylesheet- und Skript-Dateien sowie durch Bilder bestimmt. Je geringer die Dateigröße ist, desto schneller lädt die Seite. 

Der Server bearbeitet die Anfrage einer Website. Wenn eine Seite aufgerufen wird, die eine hohe Dateigröße hat, erfolgt die Bearbeitung der Website vom Server langsamer. 

Genauso ist es wenn viele kleine Dateien geladen werden müssen. Für jede Datei muss eine Anfrage an den Server gestellt werden bei einer maximalen Begrenzung von 6. Durch das neue von Google entwickelte Protokoll HTTP 2 können gleichzeitig mehrere Anfragen durch den selben Tunnel an den Server geschickt werden.

Wer sich das nicht genau vorstellen kann, kann sich das Ergebnis auf einer Simulation mit 36 Bildern via HTTP 1.1 und HTTP 2 auf dem Performance-Tool von Tunetheweb ansehen.

Im Normalfall haben alle gute Hostinganbieter eine HTTP 2 Unterstützung. Wer sich nicht sicher ist, kann über das Test-Tool von keycdn seinen eigenen Server anfragen.


Möglichkeiten den Pagespeed gezielt zu steigern 

Es ist bereits mit wenigen Mitteln möglich schnelle und effektive Optimierungen in der Ladegeschwindigkeit vorzunehmen. Dazu gehört beispielsweise:

  • Bilder Optimierung

Wenn viele und/oder große Bilder auf der Website vorhanden sind, kann die Ladezeit schnell leiden. Dateien müssen schnell verarbeitet werden können – dazu gehört auch die Ausgabe von Bildern. Es gibt bereits Tools für die Bildkompression (beispielsweise tinypng), die sehr einfach zu bedienen sind.

  • Gzip nutzen

Gzip komprimiert den Code der Website auf dem Server. Wie bei einer Zip-Datei werden die komprimierten Daten dann erst im Webbrowser entpackt. 

  • Lazy Loading verwenden

Lazy Loading (wortwörtlich "faules Laden") ist eine beliebte Technik für Webseiten mit vielen Bildern – wie beispielsweise bei einem Onlineshop.

Lazy Load Scripts sorgen dafür, dass die Bilder erst geladen werden, wenn sie in den sichtbaren Bereich kommen – so z. B. beim Scrollen durch die Seite oder beim Vergrößern des Browserfensters. 


Weitere Möglichkeiten die genutzt werden können:

  • CSS- und Javascript-Dateien auslagern
  • Minify benutzen
  • Javascript Dateien kombinieren
  • Bad Requests vermeiden
  • AMP verwenden
  • CSS3 für Hintergründe verwenden

Grundsätzlich gilt:

Eine Website muss sauber angelegt werden, damit geeignete Maßnahmen vorgenommen werden können. Das ist nicht nur beim Pagespeed so.

Nur eine sauber angelegte Website bietet die Möglichkeit zur Optimierung. 

Entsprechende Plugins für die verschiedenen CMS nutzen

Je nachdem mit welchem Content Management System die Website gemacht wurde, können entsprechend entwickelte PlugIns die Ladegeschwindigkeit der Website kontrollieren. Es gibt unterschiedliche Plugins für Wordpress und Modulerweiterungen für Drupal. Bei Drupal beispielsweise können Module wie:

  • Advanced CSS/JS Aggregation und
  • Image Optimize Modul

sehr hilfreich sein. 


Fazit

Es gibt verschiedene Möglichkeiten die Ladegeschwindigkeit einer Website zu verbessern. Einige Methoden sind für Einsteiger leicht umzusetzen, andere gestalten sich schwieriger. Hier steht die Digitalagentur beratend zur Seite. 

Eine gute Pagespeed ist auf jeden Fall unabdingbar für eine gute Suchmaschinenoptimierung und User Experience – 

schlussendlch ist es der User, den man erreichen möchte.